Hör-Erlebnis-Welt
Hörakustik-Unternehmen aus Hanau geht neue Wege – ein Erlebnisbericht
Stellen Sie sich vor, es ist Frühling, und die Vögel sind stumm. Stellen Sie sich vor, alle feiern, und Sie verstehen kein Wort. So jedenfalls ging es Herrn M. aus Hanau. Langsam habe sich seine Hörminderung entwickelt, berichtet er. Zunächst habe er sie nicht so ernst genommen. Doch dann kam der Tag, an dem er in einer wichtigen Sitzung wieder nichts verstand. Auf eine Frage seines Kollegen nicht antworten konnte. "Da wusste ich: So geht's nicht weiter, du musst etwas unternehmen."
Nun sitzt er in der HörErlebnisWelt der Firma Baumbach HörCom. Im Hintergrund grummelt ein Donner, Blitze zucken durch die Nacht, erste Tropfen klatschen auf die Straße. Herr M. genießt das Gewitter. "Jetzt kann ich den Regen prasseln hören!". Entspannt lehnt er sich zurück "So ist es gut – nicht zu laut und nicht zu leise." Langsam verebbt der Regen, der Wind flaut ab.
Auch Marianne Frickel ist zufrieden. Zusammen mit Herrn M. hat sie kurz zuvor schon einen Ausflug in die Frühlingslandschaft unternommen, ist anschließend am Meer gewandert. Und das alles, ohne ihr Geschäft im Herzen von Hanau zu verlassen. Marianne Frickel ist Hörakustikmeisterin und Pädakustikerin. Sie verhilft Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen wieder zum guten Hören - und geht dabei neue Wege. Sie hat sich in Ihrem Unternehmen eine hochmoderne HörerlebnisWelt eingerichtet, eines der ersten dieser Art in Deutschland. "Was wir damit erreichen möchten? Das ist einfach gesagt: Unsere Kunden sollen so schnell wie möglich wieder so gut wie möglich hören und kommunizieren können."
Schon lange setzt sie sich dafür ein, die Versorgung von Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen zu verbessern. Der traditionelle Weg bei der Anpassung reichte ihr nicht mehr aus. "Bisher lief die Anpassung so: Wir stellten die Hörsysteme mittels Computer ein und der Kunde trug seine neuen Hörsysteme danach in verschiedenen Alltagssituationen. Waren bestimmte Geräusche z. B. zu laut, kam er zu uns und wir nahmen eine erneute Programmierung – die sogenannte Feinanpassung vor." Das konnte für den Kunden manchmal zu einer anstrengenden Prozedur werden. Nicht selten fielen mehrfach Korrekturen an, bis das Hörergebnis stimmte. Doch auch dann war die kreative Unternehmerin mit dem Erreichten nicht immer zufrieden. "Ich hatte manchmal das Gefühl: Es muss noch besser gehen."
Marianne Frickel recherchierte, kontaktierte Experten und sammelte Ideen. Das Ergebnis hat Vorbildcharakter. "Im Mittelpunkt steht der Kunde mit seinen individuellen Hörwünschen und unterschiedlichem Kommunikationsbedarf. Wir haben ein Konzept entwickelt, wie wir die Hörsysteme noch präziser auf die jeweiligen Bedürfnisse einstellen können." Es wird nicht nur ein Hörtest durchgeführt – es ist von situativem Hörprofil die Rede. Dabei, so erläutert Marianne Frickel, werde gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet, wann er wie hört und in welchen Situationen er sich von den Hörsystemen eine besondere Hilfe erwartet. Liebt er Theaterbesuche? Verbringt er seine Zeit gerne in der Natur? Oder stehen Gespräche mit Freunden im Vordergrund?
Anhand dieser Daten und der Messwerte wird die Basisprogrammierung der Hörsysteme vorgenommen – je nach Hörminderung und Hörprofil. Dann beginnt die Feinanpassung. Dafür geht es ins "Heimkino", wie Marianne Frickel scherzhaft sagt. Gemeint ist die HörErlebnisWelt, ein wichtiges Element ihres neuen Konzeptes. Hier werden zum Beispiel Geräusche, Bild- und Filmsequenzen aus dem Alltag vorgespielt. Der Kunde hört ihnen zu, mal mit, mal ohne Hörsysteme. So wird das Hören in gewohnter Umgebung simuliert.
Das ermöglicht die Anpassung quasi im Zeitraffer und in ganz unterschiedlichen Hörsituationen. "Das Quietschen des Zuges ist mir viel zu heftig!", meldet Herr M. gerade zurück. "Dadurch kann ich der Durchsage des Schaffners nicht folgen." Also justiert Marianne Frickel nach, prüft wieder. Schritt für Schritt verfeinert sie die Einstellung seiner Hörsysteme. Dann ist es geschafft. "Ich bin mir ganz sicher: Meine Hörgeräte landen nicht in der Schublade. Ich habe mit Frau Frickel zusammen geackert, es war arbeitsintensiv, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Jetzt werde ich wieder entspannt an Sitzungen teilnehmen können." Beendet sei die Anpassung aber noch nicht, berichtet er weiter. Das bestätigt auch Marianne Frickel. "Wenn eine Hörminderung über längere Zeit besteht und nicht versorgt wird, vergisst das Gehirn manche Töne und Geräusche. Die muss es dann wieder neu erlernen." Herr M. wird also in den kommenden Monaten sein Hörvermögen trainieren und weiter verbessern. Die regelmäßige Kontrolle des Hörerfolgs nimmt Marianne Frickel in intensiver Zusammenarbeit mit dem HNO-Arzt vor – ein weiterer Baustein ihres Konzeptes.
Die HörErlebnisWelt ist einen Besuch wert. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte von dem besonderen Hörservice, könne gerne vorbeischauen, so Marianne Frickel. Natürlich sei immer viel zu tun, da Kunden aus ganz Hanau und Umgebung zu ihnen kommen. "Aber für eine Demonstration unserer Hörerlebnis-Programme nehmen wir uns gerne Zeit."
Es erwartet Sie ein Hörerlebnis der etwas anderen Art!